Pfarrer Adolf Oberreuter war vom 29. August 1911 bis zu seinem Tod am 20. Mai 1931 als Pfarrer in Schwaney tätig. Pfr. Oberreuter war als strenger und kantiger Geistlicher in Schwaney bekannt und hat sich während seiner Tätigkeit große Verdienste in Schwaney und darüber hinaus erworben.

Insbesondere sind hier folgende Punkte zu erwähnen:

Gründung des Pius-Arbeiterverein Paderborn (heute: KAB) im Jahre 1904. Hier war er bis 1919 der erste Präsides.
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* 21. Juni 1864 - † 20. Mai 1931
Bereits vor 1925 gründete er den Borromäusverein Schwaney (Katholische öffentliche Bücherei).
Unter seiner Verantwortung wurde die Schwaneyer Kirche, insbesondere der Innenraum, fertig gestellt.
Pfarrer Oberreuter unterstützte die Schwaneyer Vereine. Von seiner Romreise im Jahr 1914 brachte er z.B. für die Musiker zwei Trommeln und mehrere Flöten mit und trug damit auch zur Weiterentwicklung des jungen Schwaneyer Spielmannszuges bei.
Im Jahre 1918 gründete Pfr. Oberreuter zusammen mit Agnes Schneider den Frauen- und Mütterverein Schwaney (heute kfd).
Im Jahre 1930 legte Pfarrer Adolf Oberreuter in der Gemarkung „Am Morgenstern“ einen Ehrenhain an. Zum Gedenken pflanzte er für jeden Schwaneyer, der aus dem Ersten Weltkrieg nicht heimkehrte, eine junge Eiche an.
Seine größten Verdienste sind wohl im Einsatz für die Kriegerwitwen und deren Familien zu finden.
Nachfolgende Dokumentation stammt aus dem Buch von Heinz Küting, SCHWANEY (Seiten 130/131, 452/453)

Nachfolger des unvergessenen Seelsorgers Schlottmann wurde Pfarrer Adolf Oberreuter. Er war geboren zu Hörde am 21. Juni 1864 und am 6. April 1889 zum Priester geweiht. Er wirkte als Vikar in Ameke (9. 4. 1889), als Hausgeistlicher zu Lohe (28. 8. 1893), als Vikar in Elleringhausen (26. 3. 1895), als Rektor im Landeshospitale zu Paderborn (30. 8. 1900) und seit dem 29. August 1911 als Pfarrer in Schwaney.

Mit Hilfe seiner stets opferbereiten Pfarrkinder suchte Pfarrer Oberreuter die Ausstattung des Gotteshauses nach Möglichkeit zu vervollständigen. Der in dem Mauerwerke aufsteigenden Feuchtigkeit und der dadurch bedingten Kälte in der Kirche glaubte er durch Anlage einer Warmluftheizung entgegenwirken zu können. Sie wurde für 2.865 Mark von der Firma Theodor Mahr Söhne, Aachen, in einem eigens dafür geschaffenen Heizkeller im Spätherbste des Jahres 1913 montiert.

Aber zufriedenstellenden Erfolg zeitigte die Anlage nicht. Die Kirche blieb kalt und feucht. Auch ein Großraumofen, 1951 aufgestellt, entsprach nicht den Erwartungen. Erst die im Herbste 1960 angelegte Ölheizung brachte eine endgültige und ausreichende Lösung der Beheizungsfrage.


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Im Jahre 1915/16 wurden die schlichten Fenster in den Seitenschiffen der Kirche gegen Buntfenster ausgewechselt. Sie stellen in eindrucksvoller Sprache die acht Seligkelten dar.

Im April 1917 zogen auch zwei Schwaneyer Glocken in den Krieg. Die größte, die St. Johannes gewidmet war, blieb daheim. Als Notbehelf wurde vorerst eine kleine Guss-Stahlglocke von 205 Kilogramm beschafft. Und erst am 10. August 1921 lieferte die Firma Humpert in Brilon drei neue Bronzeglocken im Gewichte von 509, 293 und 212 Kilogramm für 31.310 Mark. Sie trugen die Namen St. Michael, St. Maria und St. Agatha und gaben mit der noch vorhandenen großen Johannisglocke eine hervorragende Klangfülle. Aber schon am 10. November 1942 mussten St. Johannes, St. Michael und St. Maria die Glockenstube im Dienste des Vaterlandes wieder verlassen. St. Agatha, die kleinste Ruferin im klangvollen Quartett, wurde der Gemeinde belassen. Zu Pfingsten 1949 war der verwaiste Turm mit drei neuen, vom Bochumer Verein gegossenen Stahlglocken wieder voll besetzt. Sie kosteten 5.810 DM, dazu kamen 1.850 DM für einen neuen Glockenstuhl. Die Finanzierung erfolgte durch freiwillige Spenden. Im Jahre 1953 wurde das Geläut für 3.600 DM auf elektrischen Antrieb umgestellt.

Die Inflation, die dem ersten Weltkriege folgte, ließ manches Kapital, das für Zwecke der Kirche gestiftet war, bis auf geringe Reste zusammenschrumpfen. Dazu zählten auch 200 fundierte Messen.

Im Jahre 1926 konnte an die erste Ausmalung der neuen Kirche gedacht werden. Aber zuvor erfolgte eine gründliche Instandsetzung des Kirchendaches. Die mühevolle Arbeit der Farbgebung führte Kirchenmaler Bergenthai, Oberschledorn aus. Die Finanzierung übernahmen wieder die Pfarrkinder. Gleichzeitig erhielt die Kirche zwei neue Altäre, einen Herz-Jesu- und einen Josephsaltar. Auch das Bild der Immerwährenden Hilfe stammt aus dem Jahre 1927. Zur Aufbesserung der Kirchenkasse beschloss der Kirchenvorstand am 30. September 1928 die Erhebung einer einmaligen Kopfsteuer, die in Höhe von 2 Mark von jedem männlichen und weiblichen Pfarrkinde, mit Ausnahme der Hausfrauen, zu zahlen war.

Bald nach Beendigung des Krieges 1914/18 errichtete die Gemeinde an der Stelle der heutigen Kriegerehrung ein schlichtes Mahnmal, einen formlosen Hügel aus Grottengestein, aus dem ein wuchtiges Steinkreuz mit ausdrucksstarkem Korpus aufragte. Um der Verbundenheit der Lebenden mit den toten Helden noch lebendigeren Ausdruck zu verleihen, pflanzte Pfarrer Oberreuter (1911-1931) im Jahre 1930 für jeden, der nicht heimkehrte, auf der gemeindlichen Flur "Am Morgenstern", einem Berghang oberhalb des "Kapellenbaums", als Sinnbild kraftvollen Lebens eine junge Eiche. In den Ehrenhain stellte er das alte wuchtige, eichene Missionskreuz, das früher am Platze des Kriegerdenkmals an der Kirche stand. Seinen Wunsch, als Abschluss eines geplanten Kreuzweges an den Kriegereichen auch noch eine Grabkapelle zu errichten, konnte Pfarrer Oberreuter nicht mehr verwirklichen, obschon bereits ansehnliche Spenden für das Projekt vorhanden waren. Einige Jahre führte die große Antoniusprozession nach der Segensspendung am "Kapellenbaum" zu dieser Gedächtnisstätte.

Pfarrer Oberreuter, der die Sorgen und Nöte des ersten Weltkrieges mit seinen Pfarrkindern redlich teilte, starb am 20. Mai 1931 an Lungenentzündung. Er war die Kämpfernatur in der Reihe der Schwaneyer Seelsorger.